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Geb√§udeenergiegesetz: Das √§ndert sich f√ľr Immobilieneigent√ľmer ab 2024

Lange wurden die inhaltlichen Eckpunkte diskutiert, jetzt ist es vom Bundestag verabschiedet worden: das neue Geb√§udeenergiegesetz (GEG) tritt ab 2024 in Kraft. Die Gesetzesnovelle leitet die Energiewende im Geb√§udebereich ein und sorgt schrittweise f√ľr eine klimafreundliche W√§rmeversorgung. Aber was hei√üt das f√ľr Immobilien-Eigent√ľmer? Die wichtigsten Fakten im √úberblick.

Welche √Ąnderungen sieht das Geb√§udeenergiegesetz ab 2024 vor?

Ziel der Bundesregierung ist es, mit dem ‚ÄěHeizungsgesetz‚Äú den Umstieg auf klimafreundliches Heizen zu beschleunigen. Bis zum Jahr 2045 soll die Nutzung fossiler Energietr√§ger in Geb√§uden beendet und Heizungen vollst√§ndig mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Der Wechsel auf klimafreundliche W√§rmeenergie soll in mehreren Schritten erfolgen.

Ab 2024 muss jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Diese √Ąnderung gilt ab 1. Januar 2024 zun√§chst ausschlie√ülich f√ľr Neubaugebiete. F√ľr Neubauten au√üerhalb eines Neubaugebiets gilt dies fr√ľhestens ab 2026. F√ľr funktionierende Heizungen in Bestandsimmobilien √§ndert sich zun√§chst nichts. Sind sie defekt, d√ľrfen sie repariert und weiterbetrieben werden ‚Äď maximal bis zum Jahr 2045. Danach gilt ein Betriebsverbot. Nur Heizungen, die √§lter als 30 Jahre sind und die mit Konstanttemperaturkessel funktionieren, m√ľssen verpflichtend ausgetauscht werden. Diese Austauschpflicht gilt aber schon seit Ende 2020.

 

Diese Heizsysteme sind GEG-konform

Neu eingebaute Heizungen m√ľssen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden. Das ist nicht nur klimafreundlich, sondern auch effizienter und oftmals g√ľnstiger. Zwar ist die W√§rmepumpe in aller Munde, doch die M√∂glichkeiten der Heiztechnik sind deutlich vielf√§ltiger. Folgende Heizsysteme erf√ľllen die 65-Prozent-Vorgabe des GEG:

  • Anschluss an ein (Fern-)W√§rmenetz
  • eine W√§rmepumpe
  • eine Stromdirektheizung
  • eine Heizung auf Basis von Solarthermie
  • eine Biomasseheizung (Holz, Hackschnitzel, Pellets)
  • Hybrid-Heizung (Kombination aus Heizung mit erneuerbaren Energien und Gas- oder Biomasseheizung)
  • eine Heizung, die erneuerbare Gase, Fl√ľssiggas oder Wasserstoff nutzt (nur in Bestandsgeb√§uden)

Welche Rolle spielt der kommunale Wärmeplan?

Die Kommunen sind verpflichtet Pl√§ne auszuarbeiten, die Auskunft dar√ľber geben, ob es in ihrem Gebiet zuk√ľnftig ein Fernw√§rmenetz geben wird. Gro√üst√§dte (mit mehr als 100.000 Einwohner:innen) haben daf√ľr bis zum 30. Juni 2026, kleinere St√§dte bis zum 30. Juni 2028 Zeit. Sobald der kommunale W√§rmeplan in Kraft tritt, gelten die Regelungen aus dem GEG f√ľr alle Immobilien. Eigent√ľmer von Bestandsimmobilien k√∂nnen dann abw√§gen, ob sie im Falle eines notwendigen Heizungswechsels auf √ľberwiegend erneuerbare Energien umsteigen oder sich an das Fernw√§rmenetz der Kommune anschlie√üen lassen.

Wenn die √Ėl- oder Gasheizung ausgetauscht werden muss

Wenn die Heizung nicht mehr repariert werden kann und ausgetauscht werden muss, haben Immobilienbesitzer f√ľnf Jahre Zeit zur Umr√ľstung auf erneuerbare Energien. Sofern ein Anschluss an ein W√§rmenetz absehbar ist, gilt eine √úbergangsfrist von bis zu zehn Jahren. F√ľr den √úbergang darf beispielsweise eine gebrauchte Gasheizung eingebaut werden.

Solange die Kommune noch keinen W√§rmeplan hat, ist w√§hrend der √úbergangsphase bis 2026/2028 grunds√§tzlich auch der Einbau einer neuen Gas- und √Ėlheizung erlaubt. Voraussetzung daf√ľr ist die M√∂glichkeit der Umr√ľstung auf Biogas oder Wasserstoff und eine verpflichtende Beratung durch eine fachkundige Person. Wenn zuk√ľnftig weder der Anschluss an ein W√§rmenetz noch an ein klimaneutrales Gasnetz sichergestellt ist, m√ľssen diese Heizungen ab 2029 schrittweise umger√ľstet werden: Ab 2029 mindestens 15 Prozent, ab 2035 mindestens 30 Prozent und ab 2040 mindestens 60 Prozent erneuerbare Energien (z.B. Biomethan).

Infografik Klimafreundliches Heizen ab 2024. Neubau versus Bestand

Sanierungspflicht bei Eigent√ľmerwechsel

Kommt es durch einen Hauskauf oder eine Erbschaft zu einem Eigent√ľmerwechsel, ist der neue Eigent√ľmer verpflichtet, die Immobilien innerhalb von zwei Jahren zu sanieren. Das GEG schreibt die Sanierungspflicht f√ľr drei Bereiche vor:

  1. Neue Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten R√§umen m√ľssen ged√§mmt werden.
  2. Oberste Geschossdecken zu unbeheizten Dachr√§umen m√ľssen ged√§mmt werden. Alternativ dazu kann auch das dar√ľber liegende Dach entsprechend ged√§mmt sein.
  3. Heizungen m√ľssen modernisiert werden.

Bei der Modernisierung der Heizung m√ľssen die Auflagen des GEG eingehaltern werden und auch funktionierende Heizungen gegen klimafreundliche Alternativen ausgetauscht werden. Beim einem Eigent√ľmerwechsel ist ein Beratungsgespr√§ch mit einem zertifizierten Energieberater vorgeschrieben, der qualifiziert Auskunft zu allen Sanierungspflichten und M√∂glichkeiten zur Modernisierung gibt.

Staatliche Förderung bei Heizungswechsel

F√ľr die Umr√ľstung auf eine klimafreundliche Heizung stellt der Bund umfangreiche F√∂rdermittel bereit. F√ľr den Tausch einer alten, fossilen gegen eine klimafreundliche Heizung soll es eine Grundf√∂rderung von 30 Prozent geben. Selbstnutzende Eigent√ľmer mit einem zu versteuerndem Haushaltseinkommen von maximal 40.000 Euro, erhalten einen zus√§tzlichen Bonus von 30 Prozent. Wer sich fr√ľhzeitig f√ľr den Wechsel entscheidet, obwohl er noch nicht dazu verpflichtet w√§re, erh√§lt einen 20-prozentigen Geschwindigkeits-Bonus. Die F√∂rdermittel sind auf maximal 70 Prozent und eine H√∂chstsumme von 21.000 Euro gedeckelt.